Miniatum - Spiegelglanz

Produkteigenschaften

Miniatum-Spiegelglanz ist ein Anlegemittel auf Basis einer wäßrigen, glycolhaltigen Acrylatdispersion. Verwendet wird das Anlegemittel zur Erzielung hochglänzender Vergoldungen und Versilberungen insbesondere auf Papier und anderen flexiblen, aber auch starren Untergründen.

Das Anlegemittel enthält geringe Mengen Butylcarbitol. Für ausreichende Belüftung am Arbeitsplatz ist zu sorgen.

Das frostbeständige Miniatum-Spiegelglanz sollte bei Raumtemperatur wie geliefert verarbeitet werden. Eine zusätzliche Verdünnung mit Wasser ist möglich, sollte aber ca. 5% nicht überschreiten. Die Lagerfähigkeit beträgt mindestens 1 Jahr nach Herstellung. Reinigung von Pinseln, Schreibfedern usw. mit Wasser und Seife, solange das Anlegemittel noch keinen Film gebildet hat. Bei längeren Arbeiten kann auch eine Zwischenreinigung mit Wasser notwendig werden, insbesondere bei höheren Umgebungstemperaturen. Nach Filmbildung ist Reinigung mit Alkohol oder Aceton möglich.

Produktbeschreibung

Metallisierungen auf Miniatum-Spiegelglanz haften permanent auf einem elastischen Film. Ein Brechen oder Abblättern des Metalls ist selbst bei bewegten Buchseiten nicht zu erwarten. Die Haftung ist gewährleistet auf Papier, Pergament (entfettet), Glattleder und verschiedenen Kunststofffolien (weichmacherfrei), ebenso auf metallkaschierten Papieren (Aluminium) und vielen anderen nichtsaugenden Untergründen.

Besondere Bedeutung hat Miniatum-Spiegelglanz für Echtvergoldungen im Bereich der Buchmalerei: auch ohne Achatpolieren lassen sich Flächen mit spiegelndem Hochglanz erzielen die besonders edel wirken, wenn auf kleinen Flächen ein erhabener Auftrag des Anlegemittel erfolgt.

Papiersorten: Es sollten im Hinblick auf die Wertigkeit der Metallauflagen nur qualitativ gute, säurefreie Papiere ab einem Flächengewicht von mindestens 120g/m² verwendet werden. Strukturierte Papiere bewirken auch Struktur in der Vergoldung - daher möglichst glatte Papiere verwenden!

Glättung strukturierter Papiere vollflächig oder partiell, ist möglich durch mehrfachen Auftrag von verdünntem Kölner-GlanzGold-Grund (+ ca. 10% Wasser). Dabei ist ein mindestens 200g-Karton vier mal im Trockenabstand mit Kölner-GlanzGold-Grund zu beschichten. Flächenbegrenzungen lassen sich mit leicht zu entfernendem Schriftschablonenband herstellen.

Nach Trocknung der letzen Schicht des Glanzgoldgrundes wird noch vor der Entfernung des Schriftschablonenbandes mit Alkohol geglättet und mit einem trockenen Tuch nachpoliert. 
Auf diesem Untergrund läßt sich nun mit Miniatum-Spiegelglanz eine strukturfreie Vergoldung oder Versilberung aufbringen.

Anwendungsbeschreibung

Miniatum-Spiegelglanz wird entweder mit einem weichen Haarpinsel oder einer Ziehfeder sofort auf den glatten, wenig oder nicht saugenden Untergrund aufgetragen. Bei Kunststofffolien sollten Haftungsprüfungen vorausgehen.

Linien oder kleinste Flächen können unmittelbar mit erhabener Textur angelegt werden. Größere Flächen und/oder saugende Untergründe werden zunächst mit Miniatum-Spiegelglanz vorgestrichen und erhalten erst nach guter Durchtrocknung einen zweiten, erhabenen Pinselauftrag.

Ein mehrfacher Pinselauftrag vermindert auch etwas die Struktur nicht ganz glatter Untergründe.
Das Aufbringen der Blattmetalle ist grundsätzlich erst nach vollständiger Durchtrocknung aller Anstrichschichten auszuführen. Eine deutliche Klebrigkeit ist zu diesem Zeitpunkt nicht mehr festzustellen. Die Durchtrocknung, insbesondere bei dickem oder mehrschichtigem Auftrag dauert (klimaabhängig!) ca. 5 Stunden oder länger.

Alte, überlagerte Filme können mit Instacoll-Aktivator zur Metallhaftung reaktiviert werden.
Um sicher zu gehen, daß dickere Filme auch wirklich durchgetrocknet sind wird empfohlen, das Anlegemittel am Abend aufzutragen und erst am nächsten Morgen zu metallisieren. Lediglich sehr dünne Filme können nach ein bis zwei Stunden vergoldet werden.
Die Zeit der sicheren Metallhaftung beträgt nach Auftrag der letzten Miniatum-Schicht ca. 24 Stunden, für Schlagmetall maximal 8 Stunden.
Verwendung findet vorzugsweise Transferblattgold oder -Silber, das mit der Schere flächendeckend zugeschnitten wird. Mit Hilfe von Watte wird von der Transferpapierseite das Blattmetall fest auf den Miniatumfilm angerieben. Das Papier wird vorsichtig entfernt, so daß event. noch nicht haftende Metallteile nochmals von der Transferpapierseite her angerieben werden können. Nach vollständigem Abziehen des Transferpapiers wird das Metall nochmals mit Watte senkrecht angepreßt und dann mit Watte in eine Richtung poliert. Baumwollwatte ist zum Polieren zu bevorzugen. Ein Achatpolieren ist nicht möglich.

Schlagmetall wird zugeschnitten, mit einer Pinzette aufgelegt und direkt mit Watte senkrecht angepreßt und dann mit Watte poliert.
Die resultierende Vergoldung oder Versilberung ist randscharf und weist Spiegelglanz auf.
Silber und Schlagmetall wird im Laufe der Zeit oxidieren. Ein Schutz vor Oxidation bietet das vorsichtige Überstreichen mit Nitro- oder Acrylharz-Klarlack.

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