KNOCHENLEIM
Ist ein reines Naturprodukt und wird in trockener Perlform geliefert. Trocken gelagert ist er unbegrenzt haltbar. Wichtige Qualitätsparameter sind Gallertfestigkeit ( Bloomgram ) und Viskosität.
HERSTELLUNG:
Knochenleim wird aus frischen, entfetteten Schlachthausknochen hergestellt. Die dabei erhaltenen Leimbrühen werden gereinigt, in mehrstufigen Vakuumverdampfern schonend konzentriert, durch Abkühlen in die feste Gelform überführt, zerkleinert und getrocknet.
VERWENDUNG:
Knochenleim, der je nach Verwendungszweck in 2- bis 50%igen Lösungen verwendet wird, ist zunächst klumpenfrei in kaltes Wasser einzurühren, wo er quillt ohne in Lösung zu gehen. Nach vollständiger Quellung, bei Perlleim über Nacht, tritt durch Erwärmen im Wasserbad auf ca. 60°C sofortige Lösung ein. Die Verarbeitungstemperatur wird mit 60° C empfohlen.
REAKTION :
Die Lösungen von Knochenleim sind neutral und schaumarm.
Die Viskosität ist bei gegebener Qualität eine Funktion von
Konzentration und Temperatur. Knochenleim ergibt nicht -thermoplastische
und nicht alternde Leimschichten von hoher Elastizität, Härte und
Kerbschlagzähigkeit.
EIGENSCHAFTEN:
Knochenleim ist, chemisch gesehen, partiell
hydrolysiertes Kollagen und zeigt die typische Erscheinung der
Sol-Gel-Umwandlung.
Die Klebstoffwirkung ist daher zweistufig:
1. als Schmelzkleber mit hoher Anfangshaftung
2. als Eiweißkleber außerordentlicher Festigkeit
Knochenleim ist durch Formaldehyd, wasserfest härtbar, durch Zusatz von
Glycerin, lässt sich die feste Struktur bis zu gummielastischem
Verhalten modifizieren.
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