Kölner-GlanzGold-Grund (KGGG) Grundierung für polierfähige Hochglanzvergoldung

Als schichtbildende Komponete bildet KGGG den wesentlichen Bestandteil des Kölner-Systems.

Produkteigenschaften

Acrylharzgrundierung, wasserverdünnbar, Anteil organischer Lösemittel  < 3%, Lagerfähigkeit mindestens 1 Jahr nach Herstellung.

Aufgrund des hohen Feststoffgehaltes (>> 70%) kann von einem High-Solid-Produkt gesprochen werden. Für den Verarbeiter bedeutet das, daß die Anzahl der aufzubringenden Schichten, die notwendig sind um eine geschlossene, hochglänzende Vergoldung zu erzielen, relativ gering sind: 4 Pinselaufträge sind im allgemeinen völlig ausreichend.

Die Grundierung zeigt einen guten Verlauf im Pinselauftrag. Nach Filmbildung resultiert ein harter, elastischer, druckfester und gegenüber Wasser unlöslicher Film.

Die restauratorische Entfernung der Filme kann mit ammoniakalischem Celluloseether erfolgen.

Das Handelsprodukt ist froststabilisiert. Das bedeutet, daß einmaliges Einfrieren und Wiederauftauen das flüssige Produkt nicht zerstören. Ein gründliches Aufrühren unter gleichzeitigem Verdünnen mit Wasser wäre notwendig. Frosteinwirkung z.B. während des Versands ist daher nach Möglichkeit auszuschließen !

Unter der Handelsbezeichnung INSTACLAY wird KGGG in Spezialeinstellung für das Niederdruck-Spritzverfahren geliefert. Es findet vor allem in der Bilderleisten-Veredlung Anwendung.

Produktbeschreibung

Kölner-GlanzGold-Grund (KGGG) ist eine komplette, kalt anzuwendende, hoch polierfähige Grundierung für Gold, Silber, Palladium und unedle Metalle, vorzugsweise in Form ihrer Blattmetalle.

Anwendung im Streichverfahren nach Einstellung der optimalen Konsistenz mit Leitungswasser.

Kölner-GlanzGold-Grund vereint die Filmeigenschaften eines Kreidegrundes mit dem eines Poliments : hart-elastische Grundierungsschichten sind mit der Polierbarkeit und Glanztiefe eines Poliments kombiniert.

Die Glanzvergoldung auf Basis von KGGG benötigt daher weder Kreidegrund noch Poliment!

Lediglich 3 bis 4 Lagen des kalt anzuwendenden Kölner-GlanzGold-Grundes bilden den polierfähigen, haftfesten Untergrund für Blattmetalle.

 

Farben : rotbraun, gelb, weiß

Alle Handelssorten sind untereinander in jedem Verhältnis mischbar. .

Anwendungsbeschreibung

Geeignet sind alle tragfähigen, festen, sauberen Untergründe, soweit nicht unter der Grundierung korrodierend oder grundsätzlich ihr Haftvermögen stark eingeschränkt ist. Stark saugende (= kapillare) Untergründe benötigen in den meisten Fällen eine regulierende Imprägnierung.

Typische Untergründe sind Gips (Stuck), Holz, Papier und Papierwerkstoffe, kunststoffgebundene Holzwerkstoffe, auch Altbeschichtungen, soweit sie fest und tragfähig sind. Nichteisenmetalle und manche Kunststoffe benötigen teilweise einen haftvermittlenden Primer. 

Kapillare Untergründe, wie Holz, Gips, Papierwerkstoffe usw. benötigen einen haftvermittelnden, die Saugfähigkeit regulierenden Einlaßgrund.

Wegen der besseren Wasserfestigkeit empfehlen wir Einlaßgrund . 

Kölner-GlanzGold-Grund ist nur im Innenbereich anzuwenden!

Wetterbeständige Glanzvergoldungen werden mit Instacoll ausgeführt!

Vor Anwendung der Grundierung ist das Originalgebinde gut aufzurühren und zwischen 5 % und 10% Wasser (Leitungswasser) zuzufügen. Verdünnte Ansätze sollten bald verbraucht werden. Reste nicht in das Originalgebinde zurückgießen!

Das gut fließende, jetzt dünnflüssige Material wird mit einem weichen Haar- oder Kunsthaarpinsel in nicht zu dünner Schicht auf den schwach saugenden Untergrund aufgestrichen. Es ist darauf zu achten, daß gerade der erste Anstrich überall und gleichmäßig den Untergrund bedeckt. Die erste Grundierung ist daher mit einem gewissen Druck aufzubringen. Erst zum Schluß ist abschnittsweise oder ganzflächig in eine Richtung zu verschlichten, gegebenenfalls unter nochmals wiederholtem, dünnen Grundierungsauftrag - also abweichend von den üblichen Lackierregeln.

Holz wird immer in Faserrichtung beschichtet. Schnitzwerk und starke Reliefs werden in Richtung der Schnittführung beschichtet. Wechsel der Farben ist dort angebracht, wo aus dekorativen Gründen eine bestimmte Farbabfolge den Metallfarbton beeinflussen soll.

Trocknung ist erreicht, wenn die Grundierung in ihrer Gesamtheit im Farbton aufgehellt erscheint.

Es folgen nach jeweiliger Zwischentrocknung ohne Zwischenschliff noch ca. drei Grundierungsschichten mit dem gleichen, verdünnten KGGG. Eine Trockenfilmdicke von 150m m sollte überall dort erreicht sein, wo später das Blattmetall poliert werden soll.

Aufragende Holzfasern sollten nach dem 1. Grundanstrich mit scharfem Schleifpapier trocken und ohne Druck „geköpft" werden.

Erscheinen Nadelstiche, das sind kreisrunde Löcher im Durchmesser von Nadelstichen, so kann man sie leider mit nachfolgenden Grundierungen nicht einfach „wegstreichen". Ursache sind Benetzungsstörungen der wässerigen Grundierung zum Untergrund. Die oft komplexe Ursache hat zur Folge, daß Gasblasen vom Untergrund aufsteigen und ein Loch hinterlassen. Auch Poren können die Ursache sein.

Abhilfe möglichst schon nach dem ersten oder zweiten Grundierungsstrich: Mit 8% bis 10% Wasser verdünntem KGGG betroffene Flächen überstreichen und soweit antrocknen lassen bis die Beschichtung matt erscheint. Dann mit dem Finger oder einem zum Ballen geformten Lappen die jetzt pastöse Grundierung in die Nadelstiche „einmassieren". Nach vollständiger Trocknung die Oberfläche ggf. vor der nächsten Beschichtung leicht schleifen.

Trockenbeschleunigung, z.B. mit einem Fön ist möglich, sobald die beschichtete Oberfläche in ihrer Gesamtheit matt erscheint. Zu frühes, zu heißes und zu langes Trocknen führt zu Blasen und immer zu Haftungsverlust. Vorsicht!!

Die natürliche Trockengeschwindigkeit ist zwar abhängig vom Umgebungsklima, jedoch unter üblichen Bedingungen so hoch, daß kleinere Objekte in einem halben Tag zur Metallisierung bereitgestellt werden können.

Glättung ist trocken, naß oder kombiniert möglich. Wegen der häufigen Unsicherheit in Bezug auf das richtige Schleifmittel soll an dieser Stelle zunächst Grundsätzliches angemerkt werden:

Für das Arbeiten mit Schleifpapieren gelten die folgenden Regeln: Die Bestreuung des Schleifpapiers muß stets härter sein als der zu schleifende Untergrund. Die Nummer der Schleifkorngröße ist nicht identisch mit der Härte des Schleifpapiers. Die Konsequenz für das Glätten von Grundierungen aus KGGG lautet : Wählen Sie ein Schleifpapier mit harter Al-Oxid, Korund oder Siliciumcarbid-Bestreuung mit möglichst hoher Maschenzahl z.B. 320er-Si-Carbid-Papier. Keine billigen Baumarktpapiere ! Verwenden Sie keine stumpfen Schleifpapiere. Arbeiten Sie mit wenig Druck. Wo es möglich ist, bevorzugen Sie das Naßschleifen. Hilfen für das Naßschleifen von kleinteiligen Reliefs sind auch Zahnbürsten, Fensterleder und Feinstrumpfhosen.

Trockenglättung:

Nach Durchtrocknung der letzten Grundierungsschicht wird mit feinem Schleifpapier (ca. 240 bis 320er) vorgeschliffen, dann mit feinstem Schleifpapier (ca. 400 bis 600er) oder feinster Stahlwolle (000) nachgeschliffen. Der Schleifstaub ist sorgfältig zu entfernen.

Naßglättung mit Wasser:

Mit wasserfestem Schleifpapier (ab 320er) und wenig Wasser wird vorgeschliffen, dann mit ca. 600er Schleifpapier naß nachgeschliffen. Ein Zusatz von ca. 25% Spiritus zum Wasser bringt ein gleichzeitiges Anlösen der Grundierschichten. Dies ist eine rasche aber nicht ungefährliche Methode!!

Naßglättung mit Alkohol:

(Mindestalter der Grundierschichten 12 Stunden)

Ein sauberes Baumwolltuch wird mit Ethanol (Spiritus) oder Methanol (Giftig!) befeuchtet und unter Druck so lange über die KGGG-Flächen geführt, bis durch Abtragen der Grundierungsoberfläche eine völlig glatte Fläche entsteht. Durch unmittelbares Trockenreiben mit einem anderen weichen Tuch wird Glanz erzeugt.

Selbstverständlich ist es möglich, die trockene und die nassen Glättungsmethoden zu kombinieren.

Vor Weiterarbeit (Metallisierung) müssen die Grundierungsflächen wieder gut trocken sein.

Ein Vorpolieren mit dem Achaten (=Verdichten) ist weder notwendig noch ratsam - nur glatt sollten die Flächen vor der Vergoldung sein.

Aufbringen der Blattmetalle

Das Anschießen der Blattmetalle, vorzugsweise (loses!) Blattgold und Blattsilber erfolgt in handwerksüblicher Vorgehensweise unter Verwendung einer Netze, die aus Colnasol-Concentrat zubereitet wird oder verwenden Sie bitte Adhesol.

Eine Wasser-Alkohol-Netze ist ungeeignet. Diese Netze bringt nicht die notwendige Polierhaftung!

Polieren der Metalloberflächen

Beim Polieren mit dem in der Vergoldertechnik üblichen Achaten, werden die KGGG-Schichten verdichtet und das plastische Metall durch Anpassung an die kompressible Grundierung zum Hochglanz gebracht.

Obwohl ein gewisser Druck beim Polieren erforderlich ist, kann ein zu starker Druck bzw. das zu lange Polieren insbesondere kleiner Flächen und Kanten zu Ablösungen von Metall und Grundierungsschichten führen. Das handwerklich richtige Maß sollte an Versuchsflächen ermittelt werden.

Vor dem Polieren muß die Netze/ das Anlegemittel vollständig unter dem Metall getrocknet sein.

Schlagmetalle sind problematisch. Sie zeigen Polierstreifen und sollten nur mit leichtem Druck poliert werden, weil ihre Sprödigkeit kein starkes Verdichten zuläßt. Auf gut vorgeglätteten Untergründen ist der Glanz dieser Metalle i.d.R. meist so hoch, daß Achatpolieren nicht notwendig erscheint.

Polierweiß

SORTE-C- eignet sich auch ohne Blattmetallauflage in hervorragender Weise für Polierweißfassungen. Mehrschichtig auftragen, naß glätten und unmittelbar mit dem Achaten polieren, wie bereits beschrieben.

In dieser Eigenschaft wird SORTE -C- auch für das Grundieren von Ikonen verwendet.

Besondere Techniken

Nachschneiden (Reparieren), Gravieren, Punzieren sind spezielle Techniken, die grundsätzlich auch mit KGGG durchführbar sind. Aufgrund der gegenüber der traditionellen Polimenttechnik erheblich geringeren Gesamtschichtdicke wird ein Nachschneiden von Reliefs kaum notwendig werden.

Hochglanz- neben Glanzgold erreicht man beim Kölner System durch Weglassen des Polierens auf den Flächenteilen, die weniger starken Metallglanz aufweisen sollen.

Spachtelkonsistenz mit KGGG zum Füllen kleiner Löcher während der Vorarbeiten oder auch einzelner Nadelstiche, erzielt man durch Auftragen einer dicken, unverdünnten Schicht der Grundierung auf eine nicht glasierte Keramikfliese. Nach ca. 10 Minuten ist die eingedickte Masse zum Kitten einsatzbereit.

Reliefartige Oberflächen z.B. ein erhabenes Linienornament wird erzielt, in dem man eine kleine Menge KGGG nur gering verdünnt in eine Kunststoff-Spritzflasche mit aufgesetzter Spritztülle füllt und nun Linien, Punkte und andere kleine Ornamentformen auf eine bereits grundierte Fläche setzt. Die entstehende Schrumpfnaht in der Mitte der Applikation sollte weggeschliffen und ggf. noch mal dünn aufgefüllt werden.

Zaponieren

Nur unedle Metalle (Schlagmetalle) und Silber müssen vor einem Schwarzwerden durch atmosphärische Korrosion geschützt werden. Die Auswahl des geeigneten Firnis hängt von der verwendeten Netze bzw. dem Anlegemittel ab.

Colnasol-Netze: möglich sind Zaponlacke oder Gemäldefirnisse auf Basis von Acrylharzen, also lösemittelhaltige Materialien.

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