Instacoll
Instacoll bildet zusammen mit Instacoll-Aktivator das Instacoll-System!
Funktionsbeschreibung
Instacoll ist ein Anlegemittel für Blattmetalle, vorzugsweise
Blattgold, das speziell für die wetterbeständige Hochglanzvergoldung entwickelt
wurde. Immer dann, wenn eine spiegelglänzende Metallisierung unter Verwendung
von Transfermetallen ohne Achatpolierung erstellt werden soll, die wegen der
Flächengröße den Einsatz von Miniatum-Spiegelglanz nicht mehr zuläßt, ist dieses
Anlegemittel der geeignete Werkstoff. Selbstverständlich finden sich auch im
Innenbereich zahllose Anwendungen für Instacoll.
Die im Außenbereich üblichen Anlegeöle haben den Nachteil, daß sie aufgrund der
zeitlich fortschreitenden oxidativen Trocknung einen gleichmäßigen Glanzgrad
insbesondere bei großflächigen Vergoldungen sehr erschweren. Eine solche Arbeit
muß außerordentlich gut organisiert sein, um neben gleichmäßigem Glanzgrad nicht
stellenweise den totalen Haftungsverlust wegen „zu trockener" Anlegeflächen zu
riskieren. Hinzu kommen die Risiken des Wetters, insbesondere einsetzender Regen
auf bereits mit Anlegeöl versehenen Flächen. Grundsätzlich ist festzustellen,
daß eine mit Anlegeöl vorbereitete Fläche zur Metallisierung zum optimalen
Zeitpunkt zwingt, wenn man nicht Qualitätsverlust in Kauf nehmen will. Eine
solche Arbeit steht immer unter dem Streß schlecht zu kalkulierender Risiken,
die mit der Flächengröße wachsen.
Das Instacoll-System wurde entwickelt, um diese Risiken deutlich zu minimieren
um insbesondere im Außenbereich ohne Zeitdruck mit beliebig vielen und beliebig
langen Unterbrechungen eine im Glanz völlig gleichmäßige Transfervergoldung zu
erstellen.
Die mit dem Instacoll-System erstellten, kontrollierten Bewitterungen laufen
jetzt fast drei Jahre mit bestem Erfolg. Witterungsbedingte Schäden aus dem
Kreis der vielen Anwender wurden uns bisher nicht bekannt.
Produkteigenschaften
Instacoll ist ein Anlegemittel auf Basis einer wasserverdünnbaren Acrylatdispersion. Der Lösemittelgehalt ist < 3%. Das frostbeständige Material hat eine Lagerbeständigkeit von mindestens einem Jahr. Insbesondere die pigmentierte Variante sollte vor Benutzung gut aufgerührt werden. Wasserverdünnung ist möglich, sollte aber nur ausnahmsweise geschehen.
Produktbeschreibung
Instacollwird wahlweise unpigmentiert = klar,
farblos-transparent auftrocknend und pigmentiert = gelb, mit deckendem Film
auftrocknend, geliefert.
Die Auswahl richtet sich nach der Farbe des Untergrundes und nach der Farbe des
Blattmetalles. Liegt bereits ein gelber oder ockerfarbener Untergrund vor, dann
wird man für Vergoldungen das klare Instacoll wählen.
Nur sehr kleine Flächen wird man unmittelbar nach vollständiger Filmbildung des
Instacoll mit Transfermetall belegen, ohne das durch mangelnde Klebrigkeit
Fehlstellen in der Metallisierung zu erwarten sind. In der Regel, und immer bei
größeren Flächen wird das Instacoll-System verwendet:
Instacoll, gelb oder klar, Filmbildung abwarten und Instacoll-Aktivator
unmittelbar vor Aufbringen des Blattmetalles.
Je nach Anwendungsverfahren des Instacoll-Aktivators erhält man glänzende oder
hochglänzende Metallisierungen:
Glänzende Metallisierungen werden mit Hilfe von losem Blattmetall und flüssig
aufgetragenem Aktivator unter Verwendung eines Anschießers erzielt. Die
handwerkliche Fertigkeit des Anschießens ist die gleiche wie bei der Vergoldung
auf KGGG. Dort jedoch unter Verwendung von Colnasol-Netze.
Hochglänzende Metallisierungen werden mit Hilfe von Transfermetallen und
„trocken" angewandtem Aktivator ausgeführt. Der zunächst flüssig aufgebrachte
Aktivator dient nach seiner Trocknung als Adhäsionsaktivator (Adhesiv) für
dünnste Blattmetalle.
Die Verwendung von Pulvermetallen wird nicht empfohlen.
Schlagmetalle haften nur durch Naßanschießen (diese nur innen anwenden!).
Grundsätzlich ist der erreichte Glanzgrad der Metallisierung stark abhängig von
der Untergrundglätte. Diese kann durch Vorbereitung des Untergrundes bis zum
Spiegelglanz gesteigert werden.
Anwendungsbeschreibung
Der nachfolgende Abschnitt bezieht sich auf die höheren
Untergrundanforderungen im Außenbereich. Dort wird nur 24ct-Doppel- oder
Dreifachgold auf wetterbeständigen Untergründen verwendet. Für die Anwendungen
im Innenbereich können die Untergrundanforderungen unter fachlichen
Gesichtspunkten gemindert werden.
Typische Untergründe sind lackiertes Stahlblech, metallisch reines
Kupfer,-Zink,-Aluminium, weichmacherfreie Kunststoffe. Alle Untergründe sind so
vorzuarbeiten, daß sie kapillarfrei und auch ohne Vergoldung wetterbeständig
werden. Die Vorbeschichtungen dürfen nicht weich-thermoplastisch in der
Sonnenwärme reagieren, um spätere Rißbildungen zu vermeiden. Instacoll nicht
direkt auf Glas im Außenbereich verwenden. Vor Applikation mit Instacoll müssen
alle Untergründe fest, staub- und fettfrei, trocken und möglichst glatt sein.
Streichverfahren: Instacoll ist für die direkte Pinselapplikation zwischen 15°
und 22°C eingestellt (Objekt- und Umlufttemperatur). Der Verlauf ist gut und
sollte nicht durch Wasserzusatz dahingehend beeinflußt werden, daß Läuferbildung
entsteht. Eine geringfügige Verdünnung wird erst dann notwendig, wenn das
Material zwischen ca. 10° und 15°C verarbeitet wird. Unter 10°C ist der Verlauf
eingeschränkt. Unter 5°C sollte keine Verarbeitung mehr stattfinden. Über 22°C
ist durch zu schnelle Trocknung der Verlauf auch nicht mehr gewährleistet. Nur
noch kleine Flächen können in der Wärme zufriedenstellend beschichtet werden.
Nur Wasser ist als verdünnender Zusatz zulässig!
Instacoll(gelb/klar) wird auf den sauberen, kapillarfreien Untergrund in nicht
zu dünner Schicht(!), möglichst gleichmäßig „lackiert". Ein weicher Haarpinsel
(auch mit Kunsthaaren), der in der Größe dem Objekt angepaßt ist, wird
bevorzugt. Zu dicke Schichten neigen zum Ablaufen und benötigen eine längere
Trockenzeit. Die Verarbeitung von Instacoll erfordert die gleiche Fertigkeit wie
ein Auftrag von Kunstharzlack. Dazu gehört auch, daß nicht zu oft über die selbe
Fläche streicht!
Sollte ein zweiter Auftrag notwendig werden, muß der erste Film völlig
durchgetrocknet sein. Die Durchtrocknung benötigt bei 20°C,60% rel.Luft-feuchte
etwa 3 Stunden. Unter ungünstigen klimatischen Verhältnissen kann sich die Zeit
des Durchtrocknens deutlich verlängern.
Test: durchgetrocknete Flächen halten angepreßtes Seidenpapier aus dem
Goldheftchen nicht mehr fest, ein Ablösen ist ohne Kleben oder gar Fasern zu
hinterlassen möglich, auch an dickeren Filmstellen.
Spritzverfahren (Niederdruck): Es gelten die oben beschriebenen Grundsätze
bezüglich Verarbeitungstemperatur, Gleichmäßigkeit der Schicht und Trocknung.
Bei 20°C sollte die Konsistenz zwischen 22 und 28 Sekunden liegen, gemessen mit
einem DIN-Auslaufbecher, 4mm-Öffnung. Zur Erreichung dieser Konsistenz wird mit
sauberem Leitungswasser verdünnt. Die Zusatzmenge liegt zwischen 5% und 10%.
Auf kapillarfreiem, nicht saugendem Untergrund reicht meist ein Spritzgang aus.
Es sollte dünn aber in geschlossener, gut verlaufender Schicht gespritzt werden.
Bei stark reliefartigen Oberflächen ist mit einem Pinsel dort nachzuarbeiten, wo
das Spritzen erschwert oder Läuferbildung zu erwarten ist.
Generell wird heute das Niederdruckspritzen mit Düsenweiten von 1mm bis 1,5mm
bevorzugt. Hochdruckspritzen erfordert geschlossene Anlagen. Jedoch auch beim
Niederdruckspritzen sind die handwerksüblichen Sicherheitsvorkehrungen zu
treffen.
Die Trockenzeit einer gespritzten Oberfläche ist wegen durchschnittlich höherer
Schichtdicke länger. Fünf Stunden dürfte als Durchschnittswert bei 20°C, 60%rel.
Luftfeuchte angenommen werden. Test auf ausreichende Trocknung.
Nur absolut trockene und klebfreie Filme lassen sich hochglänzend vergolden.
Eine Restklebrigkeit - bei der Ölvergoldung notwendig - führt zu verminderten
Glanzwerten! Bei großen Flächen wäre es außerdem problematisch, den Glanzgrad
auf restklebrigem Film konstant zu halten, da die Durchtrocknung ja permanent
fortschreitet. Eine sichere Metallhaftung wird beim Instacoll-System durch den
nachfolgenden Einsatz des Instacoll-Aktivators erreicht.
Aktivator Verfahren für hochglänzende Vergoldungen: („trocken Anlegen")
Die durchgetrockneten Instacoll-Flächen werden in der Größe eines oder mehrerer
Goldblätter mit Instacoll-Aktivator überwischt. Dazu wird ein sauberes,
flusenfreies Baumwolltuch mit Aktivator durchtränkt und die Flüssigkeit äußerst
dünn und gleichmäßig aufgewischt. Schon ältere Instacoll-Flächen werden dabei
von Staub- und Fingerspuren gereinigt. Der Verbrauch von Instacoll-Aktivator im
Verhältnis zu Instacoll ist etwa 1 : 10 bis 2 :10, wobei das meiste Material im
Lappen verbleibt.
Der Instacoll-Aktivator trocknet in dieser dünnen Schicht in weniger als 2
Minuten zu einem unsichtbaren Film. Für die nächsten ca. 15 Minuten ist der
trockene Instacoll-Film hochaktiv für die haftfeste Aufnahme von Blattgold und
Blattsilber.
Dieses Verfahren wird als „trocken Anlegen" bezeichnet.
Die Belegung größerer Flächen mit Transfermetall erfolgt in Zeilen mit
nebeneinander liegenden Einzelblättern. In der jeweils nächsten Zeile wird der
Rand der bereits belegten Metallfläche ca. 1mm mit Aktivator befeuchtet. Ebenso
wird der an das nächste Goldblatt anschließende Rand des vorausgehenden Blattes
1mm mit Aktivator befeuchtet. Die Maßnahme dient der fehlerfreien
Flächenbelegung ohne Kantenaufriß. Um Fleckenbildung und Unterwandern der
Metalle durch den Aktivator zu vermeiden hat es sich bewährt, ein mit Aktivator
befeuchtetes Tuch um einen kleinen Spatel zu wickeln um damit die Kanten der
aufliegenden Blattmetalle zu benetzen - ein Pinsel liefert schon zuviel
Flüssigkeit!
Die Flächen werden also leicht überlappend mit Transfermetallen belegt,
sorgfältig von der Papierseite her mit Baumwollwatte angerieben und nach
Abziehen des Transferpapiers nochmals gleichmäßig senkrecht angepreßt. Mit
Baumwollwatte abgerieben werden die Flächen erst, wenn sie komplett belegt sind.
Dabei entsteht Spiegelglanz.
Es ist darauf zu achten, daß aktivierte und noch nicht metallisierte Flächen
nicht mit der Watte berührt werden!
Ein Mehrfachaktivieren im Trockenabstand schadet nicht.
Schon um die Wetterbeständigkeit im Außenbereich nicht zu gefährden, darf der
Instacoll-Akltivator in keiner Weise durch Zusätze verändert werden!
Naßanlegen von losem Blattmetall zur Erzielung glänzender Vergoldungen Die
trockenen Instacoll-Flächen werden abschnittweise mit Aktivator eingestrichen
und auf die blank aber dünn(!) stehende Flüssigkeit wird das Blattmetall mit
Hilfe des Anschießers aufgebracht. Es gelten die gleichen Grundsätze wie beim
Vergolden von KGGG-Oberflächen, nur, daß eine andere Netze verwendet wird.
Alle losen Blattmetalle können durch Naßanlegen aufgebracht werden. (Nicht alle
Blattmetalle sind wetterbeständig!)
Erst nach vollständiger Trocknung des Aktivators unter dem Metall wird mit Watte
die Gesamtfläche in eine Richtung abgerieben. Eine Glanzsteigerung entsteht
nicht. Achatpolieren ist nicht möglich.
Ausbesserungen können naß oder besser trocken im Aktivator-Verfahren
durchgeführt werden. Je präziser und je weniger Aktivator aufgebracht wird, um
so fleckenfreier wird die Ausbesserung. Schlagmetall kann jedoch nur mit
flüssigem Aktivator ausgebessert werden.
Kombinationen von Glanz- und Hochglanzvergoldung sind möglich. Die Naßvergoldung
ist dann zuerst auszuführen.
Die im Aktivator-Verfahren („trocken") vergoldeten Außenflächen können sofort
beregnet werden. Die im Naßverfahren metallisierten Flächen müssen mindestens
noch 24 Stunden vor Regen geschützt werden.
Im Außenbereich wird der spiegelnde Hochglanz durch Verschmutzung relativ rasch
gemildert werden. Es empfiehlt sich daher nicht durch Aufbringen eines Firnis
die starke Glanzwirkung zu mindern. Dennoch bleibt auch nach Verschmutzung ein
brillantes Glanzergebnis, wie die bisherigen Bewitterungsergenisse zeigen. Die
Vergoldung im Aktivator-Verfahren ist wegen der Gleichmäßigkeit der
Flächenbelegung im Außenbereich auf jeden Fall zu bevorzugen.
Verkürzter Schichtenaufbau auf leicht kapillaren Untergründen:
vorzugsweise bei leicht kapillaren Untergründen, z.B. Marmor, Granit, kann mit ca. 10% verdünntem Instacoll kapillarschließend vorgestrichen und im Trockenabstand mit Instacoll in Lieferform schichtbildend ein zweites oder drittes Mal appliziert werden. Danach wird wie beschrieben unter Anwendung von Aktivator vergoldet.
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