Einlaßgrund - P

Als kapillarschließende Komponente ist Einlaßgrund-P Teil des Kölner Systems. Es wird alternativ zu Sealer 123-A- verwendet.

Funktionsbeschreibung

Ein Einlaßgrund (auch Sealer, Einlaßmittel, Absperrmittel oder Imprägnierung) dient der Anreicherung eines kapillar saugenden Untergrundes mit Filmbildner, ohne daß auf dem Untergund ein geschlossener Film verbleibt. Beispiele für solche Untergründe sind Stuck, Putz, Papierwerkstoffe, viele Altbeschichtungen. Damit erfüllt der Einlaßgrund seinen eigentlich Zweck, die Haftung zwischen dem werkstofflichen Untergrund und den nachfolgenden Grundierungsschichten zu verbessern.

Diese Funktionen werden von vielen Anwendern unterschätzt. Es ist deshalb auch nicht gleichgültig, welcher Einlaßgrund verwendet wird: ein Optimum an möglicher Haftungsverbesserung auch bei Untergründen, die der Quellung und dem Schwund unterliegen können, ist anzustreben. Auch ist wichtig, daß er im wörtlichen Sinne als Imprägnierung verwendet wird und nicht als glänzender Film auf dem Untergrund steht.
Die nachfolgende Grundierungsschicht soll auf dem werkstofflichen Untergrund haften. Der Sealer dient also als „Haftbrücke" bzw. Haftvermittler überall dort, wo er ausdrücklich empfohlen wird.

Produkteigenschaften

Einlaßgrund-P ist eine wasserverdünnbare, feindisperse Acrylharzdispersion. Der Lösemittelzusatz ist < 1%, frostbeständig. Nach Filmbildung unlöslich in Wasser. Pinselreinigung mit Wasser; nach Filmbildung nur noch mit Aceton oder Ethylacetat möglich. Die Lagerfähigkeit beträgt mindestens ein Jahr.

Vorteile gegenüber Sealer 123-A-sind verbesserte Haftvermittlung von Kölner-GlanzGold-Grund und Instaclay sowie geringere Eindringtiefen bei extrem saugenden Untergründen wie z.B. Gips. Durch ähnliche chemische Konstitution des Einlaßgrundes-P mit dem Bindemittel des Kölner-GlanzGold-Grundes und Instaclay ist auch dort eine Haftungsverbesserung zu erwarten, wo in vielen Fällen auf Sealer 123-A- verzichtet werden kann - beim Holz.

Anwendungsbeschreibung

Die Handelsform weist für die meisten Anwendungen die richtige Konsistenz und Konzentration auf. Eine Wasserverdünnung ist nur dann notwendig, wenn bei einmaligem dünnen Anstrich eine deutlich glänzende Oberfläche bemerkt wird. Die Verdünnung sollte aber nicht den Zusatz von 20% Wasser überschreiten.
Auf stark saugenden Untergründen (Gips o.ä.) reicht der einmalige Anstrich nicht aus: es sollte 2 bis 3 mal naß-in-naß Einlaßgrund-P aufgetragen werden.

Bei Holz reicht eine einmalige Imprägnierung meist aus. Jedoch ist hier zwischen stärker saugenden Weichhölzern und schwach saugenden Harthölzern zu unterscheiden. Tropische Holzarten können Holzinhaltstoffe aufweisen, so daß der Einlaßgrund nicht eindringen kann. Hier sind Vorversuche notwendig um festzustellen, ob mit den nachfolgenden Grundierungen oder Anlegemitteln überhaupt Haftung erzielt werden kann.
Hölzer dieser Art (wie Rio-Palisander, Ebenholz, das Kernholz von Limba) kommen als Vergolderuntergründe selten vor. Vor Auftragen der nachfolgenden Grundierung ist vollständige Trocknung abzuwarten.

Einlaßgrund - P als Firnis

Einlaßgrund-P kann auch als farbloser Firnis (Overcoat) über unedlem Blattmetall oder Silber zum Schutz vor atmosphärischer Korrosion eingesetzt werden. Dieser Firnis - unverdünnt in ein- bis zweifacher Schicht aufgebracht - ist wasserfest, sogar wetterfest, zeigt jedoch in Kontakt mit Wasser ein vorübergehendes Weißanlaufen.

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