Adhesol - Netze
Produkteigenschaften
Adhesol ist eine synthetische
Netze, wasserverdünnbar, der Anteil organ. Lösemittel ist < 5%. Der Gehalt an
Butylcarbitol erfordert eine gute Lüftung während der Verarbeitung der
unverdünnten Lieferform. Adhesol wurde als Anlegemittel für Blattmetalle über
Kölner-GlanzGold-Grund entwickelt.
Die Besonderheit der Adhesol-Netze ist die
Möglichkeit, eine naßabriebfeste Vergoldung oder Versilberung zu
erzielen, die trotz des synthetischen Charakters des Anlegemittels mit hohem
Glanz achatpolierbar ist.
Zum Vergleich : Colnasol-Netze liefert eine
achatpolierfähige Vergoldung oder Versilberung, ist jedoch empfindlich gegen
Naßabrieb, genauso wie die traditionelle Poliment-Vergoldung. Das macht sich
bemerkbar, wenn z.B.versucht wird, eine derartige Metallisierung mit einem
feuchten Tuch zu reinigen.
Instacoll, Permacoll-Size sowie Miniatum und
Miniatum-Tusche
erzeugen naßabriebfeste Metallisierungen, sind aber nicht achatpolierfähig, was
wegen des hohen Glanzes der drei letztgenannten Anlegemittel auch nicht
gefordert wird. Der Wunsch nach „Aufpolieren" stellt sich erst, wenn nach
Alterung und Verschmutzung der Vergoldungen ein Nachlassen des Glanzes auftritt.
Anwendungsbeschreibung
Die Farbe des Kölner-GlanzGold-Grundes ist auf die
Metallfarbe abzustimmen. Weiß, Sorte -C- sollte nicht ohne Abtönung
verwendet werden.
Die Untergründe müssen vorgeglättet sein und sollten
mindestens einen deutlichen Halbglanz aufweisen - ein Vorverdichten mit dem
Polierachaten sollte jedoch nicht erfolgen!
Grundsätzlich wird Adhesol als flüssige Netze
nur in Verdünnung mit Wasser angewendet!
Die übliche Anwendungsform ist Adhesol mit Wasser verdünnt
im Verhältnis 1 : 4
100 ml Adhesol liefern also 500 ml gebrauchsfertiges
Anlegemittel für das Naßanlegen von Blattgold und Blattsilber. Für
Schlagmetall
sollte die Verdünnung lediglich 1 : 2 Teile Wasser betragen.
Das verdünnte Adhesol wird abschnittweise gleichmäßig
auf die zu metallisierende, grundierte und geglättete Oberfläche aufgebracht.
Wichtig ist die vollständige Benetzung der unmittelbar danach zu vergoldenden
Fläche ohne das eine größere Flüssigkeitsansammlung stattfindet (keine
„Pfützenbildung"!). Besonders das dünne Blattgold ist empfindlich gegen zuviel
Anlegeflüssigkeit!
Das Anschießen der losen Blattmetalle entspricht der
üblichen handwerklichen Technik und sollte so glatt wie möglich ausgeführt
werden. Kurz nach dem Anschießen wird mit einem weichen Vergolderpinsel die
metallisierte Fläche noch einmal nachgedrückt. Danach muß eine Trockenzeit von
mindestens zwei Stunden vor dem Polieren abgewartet werden. Anschließend wird in
üblicher Technik mit dem Achaten auf Hochglanz poliert.
Ausbesserung von kleineren Fehlstellen werden
bevorzugt nach dem Achatpolieren durchgeführt.
Um Fleckenbildung durch das
Anlegemittel zu vermeiden hat sich folgende Technik bewährt:
Mit einem feinen Haarpinsel wird das konzentrierte,
unverdünnte oder nur gering verdünnte Adhesol auf die Fehlstelle
aufgetragen. Das angrenzende Metall sollte vom erneuten Adhesol-Auftrag
frei bleiben.
Nach vollständiger Trocknung wird auf die präparierte
Fehlstelle Transfermetall gleicher Sorte aufgebracht. Bewährt hat sich das
Anreiben der Transfermetalle mit einem Wattestäbchen, Filzstäbchen oder
Papierwischer aus der Graphit-Zeichentechnik. Die nur an der Fehlstelle
haftenden Metalle werden unmittelbar mit dem Achaten anpoliert.
Auch Transfervergoldung auf trockenen (!) Adhesol-Filmen
ist möglich, wenn die Flächen nicht zu groß sind (<100cm2):
Hierzu wird Adhesol 1 : 1 mit Leitungswasser verdünnt
mit einem Pinsel auf die Flächen aufgetragen oder unverdünnt mit einem
flusenfreien Tuch. Nach Trocknung kann Transfergold oder -Silber auf den dünnen
Film mit Watte aufgerieben werden.
Das Problem bei diesem Verfahren besteht
darin, die optimale Filmdicke richtig einzuschätzen, damit das nachfolgende
Achatpolieren zu gleichmäßig hochglänzenden Metallflächen führt. Besonders bei
diesem Verfahren sind Vorversuche angezeigt.
Anmerkung: unsere Verdünnungsversuche beziehen sich auf
Leitungswasser mit etwa 21-280 Dh
bei weicherem Wasser kann der Wasseranteil höher sein.