HAUTLEIM:
Hautleim ist ein reines Naturprodukt und wird in trockenen
Graupen/Granulat geliefert. Trocken gelagert ist er unbegrenzt haltbar.
Wichtige Qualitätsparameter sind Gallertfestigkeit ( Bloomgram ) und
Viskosität.
HERSTELLUNG:
Hautleim wird aus Kollagen, dem Bindegewebe der tierischen Haut hergestellt. Das neutral gewaschene Material wird ausgeschmolzen, die dabei erhaltenen Leimlösungen gefiltert und unter Vakuum konzentriert. Die nunmehr hochviskosen Leimlösungen werden durch Kühlung in eine feste Gallerte überführt, mechanisch zerkleinert und getrocknet.
VERWENDUNG:
Hautleim, der je nach Verwendungszweck in 2- 50%igen Lösungen verwendet wird, ist zunächst klumpenfrei in kaltes Wasser einzurühren, wo er quillt, ohne in Lösung zu gehen. Nach vollständiger Quellung, die je nach Teilchengröße 20- 60 Minuten, bei grober Würfelform auch längere Zeit erfordert tritt durch Erwärmen im Wasserbad auf ca. 60 °C sofortige Lösung (Schmelze) ein. Die Verarbeitungstemperatur wird mit 60 °C empfohlen.
REAKTION :
Die Lösungen von Hautleim sind neutral und schaumarm. Die
Viskosität
ist - bei gegebener Qualität - eine Funktion von Konzentration und
Temperatur. Hautleim ergibt nicht-thermoplastische und nicht alternde
Leimschichten hoher Elastizität, Härte und Kerbschlagzähigkeit.
EIGENSCHAFTEN:
Hautleim ist, chemisch gesehen, partiell hydrolisiertes
Kollagen und zeigt die typische Erscheinung der Sol-Gel-Umwandlung.
Die Klebstoffwirkung ist daher zweistufig:
1. als Schmelzkleber mit hoher Anfangshaftung
2. als Eiweißkleber außerordentlicher Festigkeit
Hautleim ist durch Formaldehyd, wasserfest härtbar, durch Zusatz von
Glycerin, lässt sich die feste Struktur bis zu gummielastischem
Verhalten modifizieren. Hautleim-Lösungen sind völlig ungiftig, reizen
weder Haut noch Schleimhäute und sind biologisch abbaubar.
Hautleim ist ein einheitlicher Stoff ohne wesentliche Beimengungen.
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